Tagebuch eines Verrückten 2

#Jobsuche

Ich glaube gelegentlich, in der falschen Dimension aufgewacht zu sein. Das wird mir vor allem bewusst, wenn ich die Zeitung aufschlage um einen Job zu suchen. Da schreiben Menschen, die meine Hilfe brauchen, was sie von mir erwarten um ihren Anforderungen gerecht zu werden, ihnen helfen zu dürfen. Das ist Verrückt!
Ich stelle mir vor, ich rufe einen Freund an, um zu fragen ob er mir beim Umzug hilft:


Ich: Hey Alter, du weißt ja, ich ziehe mal wieder um, hast Du Zeit mir zu helfen?

Freund: Ja, klar – kein Ding, wann geht’s los?

Ich: Ne, MOMENT! Wie lange hast Du schon Erfahrung in Sachen Umzug?

Freund: Watt?

Ich: Erfahrung, wie viele Umzüge hast Du schon gemacht?

Freund: Äm, ich weiß nich, 3 oder 4, keine Ahnung.

Ich: Keine Ahnung?? Das geht ja schon gut los... Ok, was sind deine sonstigen Qualifikationen?

Freund: Wasch laberscht du?

Ich: Also ich verbitte mir diesen Ton! Du willst doch für mich arbeiten, oder?!

Freund: ...Ich also... äm, ja... ich denke...hä??

Ich: Ja also! Also, 3-4 Umzüge. Ich muss das natürlich genau wissen. Und reich mir bitte eine Beschreibung derer ein für die Du bereits Umzüge gemacht hast. Ich muss wissen ob sie mit deiner Arbeit zufrieden waren.

Freund: - äh...

Ich: Achso, deine Zeugnisse brauch ich natürlich auch.

Freund: Was? Spinnst Du? Wozu?

Ich: Ich sag es nochmal – zum letzten mal! Ich verbitte mir diesen Ton!
Ich brauche deine Zeugnisse um einschätzen zu können ob du ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft bist und es als Kind schon warst.

Freund: Alter, geht’s Dir gut?

Ich: Natürlich, danke der Nachfrage. Siehst Du, Du kannst auch freundlich sein .

Freund: Hä?

Ich: Ok, fassen wir zusammen: Ich brauche Nachweise über Deine Erfahrung in Sachen Umzug und natürlich Nachweise von zweiten, Du kannst mir ja viel erzählen. Des weiteren Deine Schulzeugnisse und deine Abschlüsse. Auch ein Nachweis über Fremdsprachen Kenntnisse wär gut, Ali kommt auch. Am besten wäre es, Du fasst das ganze in einer kurzen Bewerbung zusammen. Aber bitte nicht zu lang, ich hab keinen Bock so viel zu lesen. Dort kannst du dann auch was zu deinen Softskills schreiben. Weiß nich, ob du mit dem PC umgehen kannst un so, vielleicht woll´n wir ne Pizza über Liferando bestellen oder so, da wär das schon wichtig.

Freund: -

Ich: Alles verstanden? Du kannst dann Morgen um 15:00 Uhr zu mir kommen. Sei pünktlich und bring die Unterlagen mit!

Freund: Fick DICH!

*klick

Undankbare Freunde hab ich – pah!

Tagebuch eines Verrückten 1

#WTF

In unserer Gesellschaft läuft irgendwas falsch. Ich meine nehmen wir mal die Arbeitswelt. Das fängt ja bei den Bezeichnungen schon an.

Arbeitgeber:
Arbeit-Geber, ist ja grundsätzlich schon mal scheiße. Als wenn ich nicht genug zu tun hätte. Da kommt jemand und gibt mir noch mehr Arbeit.

Arbeitnehmer:
Arbeit Nehmer? Wie jetzt? Ich nehme mir keine Arbeit. Ich bekomme gesagt was ich zu tun habe und habe das auch genau so zu tun wie es mir gesagt wird. Was ich mir nehme ist vielleicht ab und zu mal ne Pause, oder hier und da mal ne Büroklammer, aber Arbeit? Ne, den Teufel werd ich tun. Ich bin doch nich bescheuert.

Vorgesetzter:
Da erdreistet sich doch tatsächlich jemand und setzt sich ungefragt vor mich. Naja, um so besser, in der Schule hab ich auch immer lieber hinten gesessen, da fiel es nicht so auf, wenn man mit anderen Dingen als mit dem Unterricht beschäftigt war.
Aber der, der da jetzt vor mir sitzt ist nicht mein (unfreiwilliger) Pausenbrot Spender, nein der meint mir tatsächlich sagen zu können wie ich meinen Job zu machen hab.
Einen Job wohlgemerkt den sie selbst noch nie ausgeführt hat. Man merkt schon, mein Vorgesetzter ist eine Vorgesetzte. Ich bin Koch, sie ist die Leiterin des Kindergartens in dem ich koche und verbringt in der Regel ca. 2,5 min. Täglich in der Küche.
Aber komischerweise weiß sie viel besser wie alles geht. Das ist seltsam. Und wenn ich etwas nicht genau so mache wie es mir gesagt wird, mache ich es falsch. Auch wenn es schneller geht und viel entspannter, ich mache es falsch.


Generell ist Entspanntheit ein Zustand, den man auf der Arbeit meiden sollte wie der Teufel das Weihwasser. Weder der Chef noch der Vorgesetzte sehen ihre Untergebenen gerne entspannt. Wer möglichst gehetzt und gestresst wirkt, und dabei noch extrem angespannt schaut, steigt schneller in der Hierarchie auf als Felix Baumgartner fällt. 

Julia Engelmann - One Day

Ich denke, das Video darf hier nicht fehlen....




Dem ist nichts hinzuzufügen...

Sohn

Hier eine kleine Geschichte die ich auf Facebook fand. Ich konnte den Autor nicht finden, wenn jemand weiß von wem die Geschichte ist, sagt es mir bitte, damit ich den Autor nachtragen kann.

Sohn: „Papa, kann ich Dich mal was fragen?“
Vater: „Klar, mein Junge. Was ist los?“
Sohn: „Papa, wie viel Geld verdienst du in der Stunde?”
Vater: „Nun, ich denke solche Dinge haben dich noch nicht zu interessieren. Warum fragst du so was?
Sohn: „Ich möchte es einfach nur wissen. Bitte bitte, sag mir, wie viel du in der Stunde verdienst.“
Vater: „Na gut, wenn du es unbedingt wissen möchtest, Ich verdiene 50 Euro in der Stunde.“
Sohn: „Oh.“ (Er senkt den Kopf)
Sohn: „Papa, kannst du mir vielleicht 25 Euro leihen?“
Vater: „(äußerst verärgert) So so! Deshalb fragst du also. Du willst dir Geld von mir leihen, um dir irgendein dämliches Spielzeug oder anderen Blödsinn zu kaufen. So nicht mein Freund. Marschier in dein Zimmer und ab ins Bett! Du solltest mal darüber nachdenken, wie egoistisch du eigentlich bist. Ich arbeite jeden Tag extrem hart und muss mir dann abends so dreiste Fragen anhören!“

Der kleine Junge geht still und leise in sein Zimmer und schließt die Tür.
Der Vater setzt sich erst mal hin, wird jedoch umso wütender, je mehr er über die Frage des Jungen nachdenkt.
„Wie durchtrieben mein Sohn nur ist! Stellt mir solche Fragen, nur um an Geld zu kommen!“

Über eine Stunde vergeht bis der Vater sich beruhigt hat und anfängt Nachzudenken.
„Vielleicht gibt es da wirklich etwas, dass mein Sohn dringend braucht. Er fragt sehr selten nach Geld. Eigentlich hat er noch nie gefragt. Vielleicht braucht er die 25 Euro tatsächlich. Vielleicht habe ich ihm Unrecht getan.“
Der Vater geht zum Zimmer des kleinen Jungen, öffnet die Tür und betritt das Zimmer.

Vater: „Schläfst du schon, Sohnemann?“
Sohn: „Nein, Papa, ich bin noch wach.“
Vater: „Schau mal, ich habe noch mal über alles nachgedacht. Vielleicht war ich tatsächlich ein bisschen zu streng zu dir. Es war ein langer Tag, eine Menge hat sich angestaut und du hast alles abbekommen. Hier sind die 25 Euro um die du mich gebeten hast. Es tut mir leid.“

Der kleine Junge lächelt.
Sohn: „Danke, Papi!”
Der kleine Junge greift unter sein Kopfkissen und holt ein paar weitere zerknitterte Euro-Scheine hervor. Der Vater sieht, dass der Junge unter seinem Kissen bereits Geld gebunkert hat und wird erneut wütend. Langsam und ruhig beginnt der kleine Junge das Geld zu zählen und schaut danach seinen Vater an.

Vater: „Warum zum Teufel fragst du nach Geld, wenn du schon welches hast?“
Sohn: „Weil ich noch nicht genug hatte. Jetzt aber reicht es!“
Sohn: “Papi, jetzt habe ich 50 Euro. Darf ich hierfür eine Stunde deiner Zeit kaufen? Bitte komme morgen früher von der Arbeit nach Hause. Ich möchte gerne mit dir zusammen Essen.“

Der Vater sinkt auf den Boden. Er hat mit solch einer Antwort nicht gerechnet. Er ist erschüttert, gerührt, überwältigt. Er schließt seinen Sohn in die Arme, und bittet ihn um Entschuldigung.